| Vogelkäfig Teil II |
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Futternäpfe Man kann zwischen so genannten geschlossenen Futterautomaten oder offenen Näpfen wählen. Der Vorteil von geschlossenen Futterautomaten ist, dass kein Schmutz ins Futter gelangen kann. Es ist allerdings wichtig, diese Automaten regelmäßig zu kontrollieren werden, weil sie oft von leeren Spelzen (die äußere Körnerhülle) verstopft werden und das Futter nicht nachrutschen kann. So besteht die Gefahr, dass die Vögel vor vollem Futterautomaten verhungern. Es gibt auch geschlossene Wasserbehälter/ Wasserautomaten. Sie sind empfehlenswert, weil hier das Wasser vor Verschmutzungen bewahrt wird. Gelegentlich können diese Wasserautomaten undicht sein, so dass das Wasser langsam aber sicher austropft. Man sollte deshalb gelegentlich einen Blick auf den Wasserautomaten werfen, ob er noch gut gefüllt ist oder bereits ausgelaufen. Offene Futternäpfchen entsprechen dem natürlichen Fressverhalten des Wellensittichs am ehesten. Offene Näpfchen sollten so im Käfig angebracht werden, dass kein Kot hineinfallen kann (gilt generell für alle Näpfe, Leckerbissen etc., die im Käfig sind). Die Spelzen müssen bei offenen Näpfen täglich entfernt werden. Die Anzahl der Näpfe im Käfig sollte sich an der Anzahl der im Käfig gehaltenen Vögel orientieren. Pro Vogel sollten je ein Napf für Wasser und ein Napf für Futter vorhanden sein. Wellensittiche sind Schwarmvögel, die gerne alles gemeinsam machen. Fängt also ein Vogel an, zu fressen, wird der zweite das auch bald machen und wenn dann nicht genügend Näpfchen da sind, kann es unter Umständen zu üblen Zankereien kommen.
Der Käfigboden Dieser wird mit einer ausreichenden Menge Vogelsand bestreut (ca. 1 cm Höhe). Es ist wichtig, den Käfig mit richtigem Vogelsand auszustreuen, da nur dieser ausreichend gereinigt und für diesen Zweck geeignet ist. Um sich selber die Reinigung des Käfigs zu erleichtern, kann man den Käfigboden vorher mit Zeitungs- oder Küchenpapier bedecken und dann den Sand darüber geben. Man sollte jedoch darauf achten, dass das Papier nicht unter dem Sand hervorschaut und der Vogel die Möglichkeit hat, am Papier zu knabbern und es zu verschlucken. Das Papier kann bei übermäßiger Aufnahme Verstopfungen im Kropf und Störungen des Verdauungstraktes verursachen. Sandpapier, wie es leider immer noch im Zoofachhandel angeboten wird, ist auf jeden Fall abzulehnen. Der auf der Papierunterlage angebrachte Sand kann vom Vogel meist nicht ausreichend abgeknabbert werden und der Vogel nimmt mit dem Sand meist auch Teile der Papierunterlage auf, was zu Störungen im Verdauungstrakt des Vogels führen kann. Die Sandteppiche sind im Übrigen auch für die Fußgesundheit des Vogels nicht zu empfehlen (s. Sandpapierröllchen für Sitzstangen). Der Vogelsand muss regelmäßig (mindestens einmal in der Woche!) gewechselt werden. Die Häufigkeit, mit der der Sand gewechselt werden muss, richtet sich ganz individuell nach dem Verschmutzungsgrad des Käfigs. Eine Reinigung sollte aber mindestens einmal in der Woche durchgeführt werden. Es gibt Vögel, die vom Käfigboden keinen Sand aufnehmen möchten oder aus körperlichen Gründen nicht mehr können. In solchen Fällen sollte man Vogelsand gemischt mit Vogelgrit in einem Extranäpfchen anbieten. Die im Handel angebotenen Sandsorten enthalten Grit (kleine Steinchen) und je nach Qualität des Sands kleine Muscheln. Um Vogelsand aufzuwerten, kann man auch Extra- Grit im Zoogeschäft kaufen und dieses dann in Maßen zusätzlich über den Sand streuen. Doch wozu braucht der Wellensittich eigentlich Vogelsand? Der Verdauungstrakt dieser kleinen Papageien (aber auch anderer Vogelarten) hat einen besonderen Aufbau. Nach der Aufnahme des Futters durch den Schnabel findet eine minimale Vorverdauung des Futters im Kropf statt. Durch die Speiseröhre gelangt das Futter dann zunächst in den Muskelmagen. Wie der Name schon sagt, besteht dieser Teil des Magens aus besonders starken Muskeln, die besonders beschichtet sind. Das Futter wird hier wie zwischen zwei Mahlsteinen zermahlen. An den Muskelmagen schließt sich der Drüsenmagen an, hier werden die Körner nicht mechanisch, sondern enzymatisch verdaut. An den Drüsenmagen schließt sich dann der Darmtrakt an. Auf die Besonderheiten des Darmtraktes soll an anderer Stelle eingegangen werden. Damit die Körner im Muskelmagen zermahlen werden können, benötigt der Vogel die kleinen Steinchen, die im Vogelsand enthalten sind. Hat der Wellensittich keine Möglichkeit, an Vogelsand zu gelangen, kann es zu ernsthaften und schwerwiegenden Verdauungsstörungen kommen.
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