Welcher Vogelkäfig ist der richtige (Teil 1)?Im Allgemeinen gilt: Zu groß kann der Vogelkäfig nicht sein. Auf ihre Wohnungsgröße bezogen, natürlich schon, was aber das Platzbedürfnis des Vogels betrifft, so kann der Käfig nicht groß genug sein. Wellensittiche klettern gerne, deshalb sollte der Käfig nicht nur Längs-, sondern auch Querstreben haben. Das Fachgeschäft bietet dem interessierten Käufer sicher eine geeignete Auswahl. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, Vogelkäfige über das Internet zu bestellen, z.B. unter www.zooplus.de.Wenn möglich, sollte das Käfiggitter nicht beschichtet sein. Papageienartige Vögel (Bsp. Nymphensittiche, Wellensittiche) haben einen ausgeprägten Knabbertrieb und knabbern die Beschichtung möglicherweise aus Langeweile ab. Das ist nicht nur optisch unschön, sondern kann für den Vogel auch gefährlich werden, wenn die Beschichtung aus für den Vogel giftigen Materialien besteht (sollte eigentlich nicht sein). Sitzstangen Die Sitzstangen sollten idealerweise Naturäste sein; diese sind für die Fußgesundheit des Vogels am besten. Die raue Oberfläche der Naturäste sorgt dafür, dass die ständig nachwachsenden Krallen des Vogels abgenutzt werden. Die Rinde der Äste wird von vielen Vögeln gerne abgenagt. Das sorgt nicht nur für Beschäftigung und lenkt den Knabbertrieb von Einrichtungsgegenständen in der Wohnung auf unverfängliche und leicht ersetzbare Teile im Käfig sondern auch der Schnabel wird auf natürliche Weise geschärft und abgenutzt. Mittlerweile bieten einige Zoogeschäfte Naturäste an. Geeignete Baumarten: Weide, Pappel, Holunder, Haselnuss und Obstbäume ( ungespritzt). Man sollte darauf achten, dass die Äste unterschiedliche Durchmesser haben, das sorgt für eine ständige Zehengymnastik des Vogels. Plastikstangen sind gar nicht geeignet und sollten nur in Ausnahmefällen (in Kombination mit Naturästen) verwendet werden. An den Plastikstangen können sich die Vogelkrallen nicht abnutzen. Nur bedingt geeignet sind die Holzsitzstangen, die sich bereits beim Kauf im Käfig befinden. Holzsitzstangen sind sehr hart und meistens von gleichförmigem Durchmesser, so dass der Vogel seine Füße dauernd in der gleichen Position hält. Warum ist die Auswahl der Sitzstangen so wichtig?- Man muss sich bewusst machen, dass ein Ziervogel einen sehr großen Teil seines Lebens auf den Beinen verbringt. Durch einseitige Belastung kann es hier zu sehr schmerzhaften Ballengeschwüren (Geschwüre unter dem Fuß) kommen. Diese Geschwüre sind für den Vogel nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern auch schwierig zu behandeln. Die Entwicklung von Ballengeschwüren wird nicht nur durch falsche Sitzstangen, sondern auch durch Übergewicht des Vogels begünstigt. Beobachten Sie sorgsam und regelmäßig die „Füße“(Fachausdruck: Ständer) Ihres Vogels. Ballengeschwüre sind zuerst nur als Rötungen an der Fußunterseite zu sehen. Wenn die Gefahr besteht, dass der Vogel ein Ballengeschwür entwickelt, hilft es manchmal schon, die Sitzstangen abzupolstern. Das kann mit Hilfe eines Mullverbandes geschehen, der um die Sitzstange gewickelt und sorgfältig mit Leukoplast abgeklebt wird. Praktisch sind auch flexible Binden, die beim Tierarzt erhältlich sind. Ganz abzulehnen sind Überzüge für die Sitzstangen, die aus Sandpapier bestehen und der Abnutzung der Krallen dienen sollen sowie das sogenannte Sandpapier, mit dem man den Boden des Vogelkäfigs auslegen kann. Leider gibt es diese Produkte immer noch auch im Zoofachhandel. Wenn man sich den Einsatz eines solchen Sandpapiers beim Menschen vorstellt, würde das bedeuten, dass wir den ganzen Tag barfuss auf Schmirgelpapier gehen müssten. Kein sehr angenehmer Gedanke oder? |
